leider bekamen wir kein alpenpanorama zu sehen, was bei extrem gutem wetter, aber deshalb auch extrem selten möglich ist, der blick von den domspitzen auf dom und stadt war trotzdem wieder mal gigantisch.
zunächst bekamen wir beim aufstieg durch den eselsturm fast einen drehwurm.


dieser turm stammt noch vom vorgängerbau des jetzigen domes und diente beim bau als lastturm. er hat keine stufen, sondern nur festgetretenen lehmboden, der nur ganz oben gepflastert ist. so konnten die lasten ohne hindernisse an seilen den turm hinaufgezogen werden. allerdings nicht mit eseln, wie der name vermuten lässt, sondern mit kränen. der turm hat seinen namen von der lateinischen bezeichnung für kran, die damals gebräuchlich war: asinus. und asinus heißt übersetzt auch esel. richtigerweise müsste der turm aber kranturm heißen.
oben im eselsturm angelangt hat sieht man einen besonderen wasserspeier.

er stellt den dombaumeister dar, der sich vom dom hinabstürzt, weil er seine wette gegen den baumeister der steinernen brücke verloren hat. doch das ist eine andere geschichte.
weiter gehts auf den mittelalterlichen dachboden. dort findet sich noch ein lastenaufzug, der wie ein hamsterrad funktioniert. nur dass menschen (wohl die stifte und zuarbeiter) darin liefen.

für den fall, dass derjenige im laufrad stürzen sollte, stand immer noch jemand an einer bremse, die das rad sehr schnell zum stehen brachte.
weiter gings hinaus in die regenrinne.

mit blick auf die steinerne brücke (auf der mal wieder ein demonstrationszug unterwegs war. scheinbar wird jetzt samstags immer demonstriert in regensburg…)…

… das abwassersystem…

… das dach…

… wasserspeier…

… und dort hinauf, wo wir demnächst sein werden: auf der brücke und noch weiter oben auf dem turm über den hohen fenstern:

über eine wunderbare wendeltreppe…
… gings im südturm hoch zur brücke, darüber und von dort aus über eine weitere wendeltreppe in den nordturm. dem wettergott sei dank, wir konnten die aussicht ohne wind und regen genießen:











und dann gings die wendeltreppe wieder runter…

… und durch diese türe wieder raus:


Boah! Was für Ausblicke! Und herrliche Fotos! Jetzt tut’s mir schon Leid, daß ich gestern des Mistwetters wegen meinen inneren Schweinehund nicht niederprügeln konnte. Die angedeutete G’schicht vom Dombaumeister, der sich in die Tiefe stürzt, erinnert mich entfernt an Frank Schätzing’s ersten Roman “Tod und Teufel”.
Es scheint allerdings so eine Dombesteigung eine sehr anstrengende Sache zu sein…
Das holen wir nach
So ein bisschen anstrengend wars schon, aber es lohnt sich wirklich. Und da es nie viele Leute sind, kann man sich auch mal Zeit lassen, wenn man wirklich aus der Puste kommen sollt…
“Tod und Teufel” kenne ich nicht, aber der Teufel spielt natürlich auch hier eine nicht unwesentliche Rolle.
Es freut mich sehr, dass ich diese Bilder sehen kann, zumal ich niemals diesen Turm besteigen werde. Auch finde ich es wunderschön, dass du die “Steinerne Brücke” zeigst, habe die Sage über die Wette der Baumeister nachgelesen und weiss jetzt Bescheid.
Ein sehr, sehr schön fotografierter und informativer
Bericht, ein herrlicher Dom, eine schöne Stadt.
Liebe Grüsse nach Regensburg
Wo hast du denn nachgelesen? Bei der Geschichte, die ich gefunden habe, fehlen noch ein paar kleine Details. Und ein ganz winzigkleines, aber sehr ausschlaggebendes
Solltest du mal nach Regensburg kommen, gibt es zumindest aber noch ein paar andere Möglichkeiten, die Stadt von oben, wenn auch nicht von ganz so weit oben zu sehen.
LG Sunny
http://de.wikipedia.org/wiki/Steinerne_Br%C3%BCcke
und weierführenden Link.
LG Wienermaedel
Danke für den Link, Wienermaedel
Eine Kleinigkeit fehlt noch, aber das ist die beste, die ich bis jetzt gelesen habe. Wenn ich mal wieder ein bisschen Luft habe, werd ichs hier aufschreiben.
LG Sunny
Sind ja tolle Bilder geworden. Das macht ja richtig neugierig auf die Bude
Wow, sind das schöne Bilder… ist fast, als wäre ich dabei gewesen.
Liebe Grüße, Fantast
Nächstes Mal kommst mit
Sorry, dass ich mich noch net gmeldet hab, war heut bis grad auf Achse, hatte doch meinen Vortrag…
LG Sunny
Sunny, um Welten gefällt der mir besser. Bei der löchrigen Wendeltreppe wird mir ganz schwummerig, denn so ganz höhenfest bin ich nicht. – Die gemauerten Anteile, die noch an den Vorgängerbau erinnern, finde ich sehr schön. Das liegt jetzt bei mir nicht am Alter – auch, als ich noch sehr jung war, gefielen mir romanische Kirchen besonders gut, vielleicht auch deshalb, weil es von denen nicht mehr so viele zum Besichtigen gibt. – Vielleicht sollte ich doch mal in meine “Geburtsgegend” fahren. Bloß, ich verstehe die Sprache dort so schlecht.
Lieben Sonntagsmittagsgruß (gerade aufgestanden) von Clara
Du, ich mag die “alten Burgen” auch lieber. Und auch die Vorstellung, dass damals richtiges Leben darin war. Die Menschen trafen sich dort, handelten, fanden Schutz, oft mitsamt ihrem Vieh. Deshalb gibt es in den meisten gotischen Kirchen einen Brunnen. Auch wenn böse Zungen behaupten, das liegt daran, dass der Bischof beim Volk so unbeliebt war, dass ihm außerhalb der Kirche niemand Wasser gegeben hätte
Wo ist denn deine Geburtsgegend?
Lieben Abendgruß (kurz vorm Schlafengehen),
Sunny
Ich bin in Metten geboren, in Deggendorf haben wir damals gewohnt und in der Benediktinerabtei Metten bin ich auch getauft worden. – Aber mit 8 Monaten schon wieder weg, so dass ich mich nicht wirklich erinnern kann.
LG von Clara
Liebe Clara,
sunny und ich, wir würden schon dolmetschen
Liebe Grüße von Ruthie
Ich wollt grad sagen, Nachhilfe und Übersetzen lässt sich einrichten
Ihr seid ja so gut zu mir. 1996 war ich zum ersten Mal in Metten – als Ostmädel ging das ja nicht so ohne weiteres. Ich sollte in einer Pension ein Zimmer bestellen. Es war alles voll und ich sagte leichtsinniger Weise, dass ich hier geboren wäre. – Als die dann antworteten, bat ich sie, ob sie das nochmals in deutsch sagen könnten. Null Chance für mich – und da war ich noch nicht so grottenschwerhörig wie heute. – Jetzt muss ich schlafen, denn um Halb sechs ist die Nacht zu Ende.
LG von Clara
Das wundert mich nicht, liebe Clara…
Ich wünsch dir eine gute Nacht! Bei mir klingelts zum Glück erst um 7…
LG Sunny
Nachtrag: Von der Görlitzer got. Peterskirche stürzt sich auch der Baumeister als Wasserspeier herab. Dichtung? Wahrheit? Gestalterisches Modedetail?
Gruß Clara
Tja. Es kursieren ja überall ähnliche Geschichten. Und da die Dombauer damals von Baustelle zu Baustelle wanderten, haben sie sicher das eine oder andere Detail weitergetragen.
An dieser Stelle werde ich jedoch daran erinnert, dass ich noch die Geschichte dazu erzählen wollte. Ich hoffe, das bleibt in meinem Hirnstübchen gespeichert. Die Fotos hätt ich schon…
LG Sunny
Tolle Bilder! Von unten hab ich den Dom schon oft, oben war ich noch nie. Könnte ich mal machen!
Leider nicht so einfach, liebe Ruth, denn eigentlich kommt man nicht rauf. In Regensburg durfte man offiziell nur damals rauf, als Regensburg Expo-Außenstelle war. Aber vielleicht kommst mich mal an nem Samstag besuchen und es lässt sich einrichten…
Das wär natürlich cool. Hast du wohl Beziehungen zum Glöckner
?
Nö, zu nem Dombauer
Genauso gut!
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