du tust
als wär alles
so selbstverständlich
was denkst du?
ist genug gras
über die sache gewachsen?
ich denke nicht
aber das
wirst du
schon noch sehen
Archiv für den Tag 08/11/2009
baumgesicht
dieser baum hat ein gesicht
siehst dus? oder siehst dus nicht?

ein lächeln
für die liebe andrea:
ein lächeln ist wie eine kerze.
wenn sie brennt,
kann man mit ihr unzählige andere kerzen anzünden,
die dann das licht zurückwerfen.
sinnenfest
wärst du heute
hier bei mir
es wär ein fest
für unsre sinne
würd mit dem
hauch der
fingerspitzen nur
in bunten farben
streicheln
deine haut
ich würd
ganz federgleich
und hier
und jetzt
dich kalligraphisch
schreiben
deine haut wär
pergamentpapier
mit tusche
tränenzart benetzt
malt mein haar
als pinsel dir
ach meine sehnsucht
aufs papier
hirnchemie – sinnenverwirrung
seltsam ist es heute, wie ich mich fühle. ich habe kein fieber, trotzdem fasse ich mir immer wieder an die stirn. ich habe auch keine medikamente genommen. und doch sind meine sinne heute ganz anders. meine hände entwickeln ein eigenleben, wollen berühren, nachfühlen, streicheln. ich war spazieren. normalerweise ist das ein fest für meine augen. heute waren es meine hände. die rinde der bäume, sie zog mich magisch an. ich fühlte die linien nach, spürte das rauhe, die härte. ich legte sanft blätter in meine hand, spürte die blattadern nach, fühlte die weichheit, sie konnten streicheln. ich musste äste berühren, durch grashalme streichen, die finger ins kühle wasser tauchen, die kälte und glattheit einer kinderrutsche spüren. ließ kies durch meine finger rieseln und fuhr mit der hand über grobe steine. kitzelte meine haut mit einer feder und bekam gänsehaut. hielt das gesicht in den wind und die augen geschlossen. erspürte, erfühlte, erahnte das leben. und nahm es mit allen poren auf. war ich und doch nicht ganz ich. es war, als würde ich ein bisschen schweben, ein bisschen unter schleiern sein, ein bisschen beobachten und nur erahnen. es ist diese melancholie, die mich langsam eine linie nachfahren lässt, mir ein verträumtes lächeln ins gesicht zaubert und dabei mein herz ganz schwer macht vor wehmut und meine augen benetzt. unentwegtes kreisen meiner gedanken in gedichtform wie ein lied wie eine beschwörung wie ein versuch festzuhalten. festzuhalten, was nicht greifbar ist und sich doch ins herz einprägt. uns prägt und schwer macht und fliegen lässt. als wäre ich blind und taub für die welt und würde sie nur spüren und versuchen, sie mir dann zu erklären. seltsam ist das heute, schweben und berühren.
was tust du
was tust du
was ist
das geschick
das dich trieb
ich blieb
zurück
das glück
die lieb
gewonnen
zerronnen
gefangen
geflohn
alles ist gut
wie es ist
doch wie
wird es
werden?
weiß nicht
kein fieber
kein wahn
weiß nicht
was es ist
sprudelt
und treibt
schmeichelt
bereit
zu sehen
ohne
die augen
hell
leuchtet
der atem
all
meiner sinne
streiche heute
streiche heute
mit den fingern
über die tasten
wie streicheln
die melancholie
tippt ihre worte
fühlt sich an
wie klavier
spielen
chopin
…
kannst du verstehn
kannst du verstehn
dass ich mich sehn
nach dem
was geschehn
wird wenn wir
gehn?
kannst du es
sehn?
du
ich
.
.
.
getrieben
wo komm ich her?
wo geh ich hin?
wer kanns sagen?
wo ist der sinn?
soll ich bleiben?
muss ich gehn?
kann ichs wagen?
werd ich verstehn?
wen kann ich fragen?
weiß es der wind?
was soll ich sagen?
bin ich noch kind?
weiß keine antwort
lass mich nur treiben
einer wirds wissen
den weg mir zeigen