als ich am freitag aus regensburg wegfuhr, stand er noch da. unverrückbar, wie es schien. der lange heinrich, der 150 m hohe schlot der alten zuckerfabrik. über 30 jahre war er teil des regensburger stadtbildes. das höchste gebäude der stadt, sogar höher als der dom. orientierungspunkt und industrielles wahrzeichen.
doch da im rahmen der globalisierung zucker aus zuckerrohr billiger importiert werden kann, als zucker aus heimischen zuckerrüben hergestellt werden kann, stieg vor ziemlich genau 2 jahren zum letzten mal rauch auf aus dem schlot. und gestern fand nun der lange heinrich ein sehr kurzes ende.
hier mein letztes bild vom freitag, zum abschied:
als ich heute zurückkam, hätte mich an dieser stelle leere empfangen. der nebel hat das loch vor mir versteckt. gerne hätte ich die sprengung mitverfolgt, direkt abschied genommen. doch es war zeitlich nicht möglich. dank youtube konnte ich mir die letzten minuten aber noch ansehen. hier eine sehr gute, da extrem nahe aufnahme, sogar mit markierung und erklärung:
du wirst mir fehlen, langer heinrich. so wie mir schon den zweiten winter der geruch deines rauches fehlt. auch wenn ich oft darüber geschimpft habe, wenn der nebel ihn zu sehr nach unten drückte, und wenn der rauch sich beim lüften in der wohnung ablagerte. es war ein teil meiner stadt, der unwiederbringlich verloren ist. zerstörte stadtgeschichte. und viele erinnerungen.



















