gedanken flocken wie schnee
wirbeln im wind
und frieren fest
irgendwo
tränen erstarren wie eis
zerbrechen
im fluss der zeit
irgendwie
der himmel weint tränen
weil du nicht hier bist
und meine tränen
weint er bei dir
aber bald
schicke ich
sonnenstrahlen hinterher
denn tief drin
lacht mein herz
… ist mir zum heulen. schon seit dem aufstehen.
dann heul doch!
vielleicht ist danach ja doch noch was mit dem tag anzufangen…
die worte kommen
wie tränen
hab ichs
heraufbeschworen?
… fließen sie doch. es war der letzte schluck. und es hilft. du weißt es. danke.
tränen liefen über ihre wangen. manchmal hätte sie das als befreiend empfunden. doch heute spürte sie, dass diese tränen sie wieder zurück in ihren käfig stoßen würden. sie wollte sie aufhalten, doch es ging nicht. und mit jeder träne, die sich ihren weg bahnte, setzte sie wieder einen stein auf die mauer, in die sie vor gar nicht langer zeit ein loch gerissen hatte. an einer stelle, an der sie sie schon einmal geflickt hatte.
es gab eine zeit, da war sie völlig frei. aber auch schutzlos. doch sie glaubte allen unkenrufen zum trotz an das gute. sie wollte sich nicht schützen, ihr herz sollte offen sein.
anfangs war es noch stark und konnte die verletzungen abschwächen, ausgleichen. doch mit der zeit taten die verletzungen immer mehr weh, heilten immer schlechter ab. da hatte sie angefangen, die mauer zu bauen. sie baute sie höher und höher, bis sie sich dahinter sicher fühlte. es war eine wunderschöne fassade, sehr kunstvoll gestaltet. und sie passte sich der umgebung an.
nun war sie sicher hinter der mauer, sicher vor verletzungen. und doch gefangen. gefangen und allein. da begegnete sie einem menschen, in dem sie glaubte, ihr spiegelbild zu erkennen. ebenso verletzt und gefangen hinter einer mauer wie sie selbst. sie ritzte die mauer etwas ein, doch als sie den frischen wind spürte, der durch den spalt zu ihr hereinwehte, bekam sie angst. angst vor dem, was da draußen war. und was sie nicht mehr an sich heranlassen wollte. sie versuchte, den spalt wieder zu stopfen, doch es gelang ihr nicht. der wind war stärker. er hieß sehnsucht. und erfüllte durch den kleinen spalt den ganzen raum hinter der mauer. und plötzlich spürte sie, dass sie verdörren würde wie eine pflanze, die ohne wasser in der prallen sonne steht, wenn sie noch länger hinter dieser mauer bliebe. sie nahm all ihren mut zusammen und riss ein loch in die schützende fassade. und dann passierte, wovor sie am meisten angst hatte. die schützende, stützende mauer fehlte. und sie fiel in ein tiefes loch. vielmehr wurde sie fast noch hineingestoßen von dem menschen, für den sie ihren schutz aufgegeben hatte. doch er bot ihr keinen halt. sie verletzte sich schwer durch den sturz, aber sie rappelte sich wieder auf, schaffte es, sich aus dem loch zu ziehen. und baute mit zitternden händen die mauer wieder auf. verstärkte sie noch an der stelle, an der das loch herausgebrochen war.
im laufe der zeit hatte sie die mauer mehrmals erprobt. sie war stark geworden und hielt allem stand. kein lüftchen mehr, das sie irritierte. sie richtete sich wieder ein hinter der fassade. fast war sie versucht zu glauben, es ginge ihr gut. da machte sie einen fehler. sie dachte, sie wäre stark genug, über die mauer zu blinzeln. denn sie könnte sich ja sofort wieder in die sicherheit fallen lassen. doch da sah sie ihn. zitternd fiel sie zurück auf den schützenden boden. würde die mauer halten? wäre sie stark genug, nicht noch einmal über den rand zu sehen? sie war es nicht. auch wenn sie sich innerlich verfluchte. war er es doch, wegen dem sie die mauer so verstärkt hatte. der all ihre hoffnung mit einem schlag zunichte gemacht hatte. aber etwas zog sie magisch an. und sie sah immer wieder über die mauer. und irgendwann riss sie wieder ein loch. klein. aber groß genug, um wieder den wind zu spüren. sie stand vor der wahl. sollte sie in einem raum bleiben, der bald den flammen zum opfer fiele, oder sollte sie springen, ins ungewisse, nicht wissend, ob sie jemand auffangen, ob sie den sprung heil überstehen würde. sie hatte angst, große angst. zögerte lange, bis der rauch sich schon beißend in ihrer kehle festsetzte. und da fasste sie sich ein herz, schloss die augen und sprang. und fiel. und schlug hart auf auf dem boden der realität.
es war wieder etwas gebrochen. ein weiterer splitter, der sich in ihr herz bohrte. und tränen liefen über ihre wangen. (da capo)
heute war wieder einer dieser tage, an denen sie eine ganz besondere stimmung ergriff. wie aus dem nichts war sie plötzlich eingehüllt in einen ganzen schwall von emotionen, die sie nicht wirklich zuordnen konnte. sie ließ sich auf ihnen treiben wie auf einem weiten ozean, nicht wissend, wann und wo wieder land in sicht wäre. wenn sie die augen schloss, spürte sie, wie es ihr den boden unter den füßen wegzog. und doch fühlte sie sich nicht haltlos. vielmehr fast geborgen. obwohl es gut sein konnte, dass ihr einfach so tränen die wangen hinab liefen. aber sie wusste, dass diese tränen lindern, dass sie überflüssiges davonspülen. und sie schmeckten so salzig wie der ozean, von dem sie sich umgeben fühlte. nein, sie wollte nichts gegen diese stimmung unternehmen, genoss sie fast. es war dieses schweben, dieses der welt entrückt sein, das sie fast liebte.
nachdem gerade allerorts jahresrückblicke gewagt werden, kann ichs auch nicht lassen und schaue nochmal zurück.
im vergleich zu anderen jahren war das jahr 2009 wohl das turbulenteste in meinem leben. mit vielen höhen und tiefen, neustarts in fast jeder hinsicht, vielen neuen menschen, die in mein leben getreten sind, es bereichert haben und zu guten freunden und vertrauten wurden. und einigen, die mich furchtbar tief enttäuscht und verletzt haben. ich habe grenzen überschritten, glaubte mein leben verloren und habe es wie durch ein wunder wieder geschenkt bekommen, so dass ich etwas später wieder darum fürchten konnte. ich habe mir freiheiten erkämpft und ketten gelöst, mich verstrickt und verrannt. mich fallengelassen und bin hart aufgeschlagen. und wurde aufgefangen, als ich es nicht erwartet hatte. dieses jahr hat perspektiven zerstört und neue, viel bessere aufgezeigt. mich aber auch seelisch und körperlich an meine grenzen gebracht. und mir gezeigt, dass ich nicht immer da sein, nicht immer helfen kann. sondern manchmal egoistisch sein muss. und dass es nicht schlimm ist, wenn das nicht alle verstehen können.
das jahr 2009 hat oft sehr weh getan und viele tränen gebracht. doch es war auch gut, dass die tränen endlich fließen konnten. manche steckten schon seit jahren in meiner kehle fest. und manchmal muss etwas sterben, damit etwas neues entstehen kann. ich bin mir sicher, dass es jetzt an der zeit ist für das neue. 2010 wird ein gutes jahr, weil es nur besser werden kann als das letzte. und weil die zeichen nicht mehr auf sturm, sondern auf sonnenschein stehen. ich werde meinen weg weitergehen. es ist ein guter weg. wenn auch sicher noch steinig genug. aber ohne steine wärs ja auch langweilig.
wirkliche vorsätze habe ich nicht, denn ich halte nicht viel von zu fixterminen gefassten vorsätzen. aber ich muss meine gesundheit wieder in den griff kriegen. und möchte wieder mehr zeit für mich und die menschen haben, die mir lieb sind. und für das, was mir wichtig ist. und dazu gehört es auch, meine kreativität auszuleben. ich hoffe, ihr begleitet mich weiterhin dabei!
wenn der wind doch nur
alles mitreißen könnte
und die tränen
wie regen
niederprasseln
könnten
wie befreiend
wäre das doch