da wollt ich schlafen…

… und lieg doch wieder wach. das hast du nun angerichtet. oder wars gar ich? sanft fahr ich mit meinen fingern über dein gesicht. und hoffe, du spürst die berührung, so weit weg von mir. ist sie erinnerung? oder doch vorahnung? kehrt alles wieder? spürst du den hauch? der wind trägt zärtlichkeit, flüstert verheißung. trägt er fort? oder bringt er zurück? möchte greifen, begreifen, ergreifen deine hand. deine lippen, so weich. wie das kissen. das kissen nur? wo nur? ach, dort. fort… komm zurück! wind… bring mir den atem. an mein ohr.  leise, ganz leise, pst! will dein herz schlagen hören. so fern. und doch so nah… schließ die augen. nun bist du da…

wellenreiten

gerade habe ich das hier wieder ausgegraben. weils im moment einfach wieder wunderbar passt. es jährt sich jahreszeitlich und wettermäßig. und die stimmung ist ziemlich dieselbe. die liebe paradalissteckt gerade auch in dieser melancholischen stimmung. ich bin also nicht die einzige… ;)

ich denke schon lange, es ist dieser wind, der die sehnsucht bringt. und das lachen so weit entfernt vor sich hertreibt, dass es selten und wenn, nur verzerrt, zu hören ist. aber dieser wind reinigt auch die seele. er treibt aus, was zu schwer auf ihr liegt. nur das loslassen tut weh. dass wir es müssen, ist uns klar. es ist wie wellenreiten. das macht bei stürmischem wind viel mehr spaß. weil man weiter nach unten kommt. und damit viel mehr loslassen kann. denn mit ballast kommt man nicht mehr nach oben. und gerade das aufsteigen aus dem “tal” der welle ist es doch, das das herz hüpfen lässt.

ich hab da mal ne frage…

angenommen, ich hätte euch das hier erzählt, vor allem die auto-passage. wie schön es war, den fahrtwind zu spüren. und dass ich das cabriofahren wirklich vermisse. dass ich es liebe, wenn ich die sonne spüre, der wind meine haut streichelt und mit meinen haaren spielt. und dass es mich glücklich macht, bei einer fahrt übers land die gerüche der felder, des waldes wahrzunehmen, die vögel zwitschern und die grillen zirpen zu hören.

angenommen, ihr hättet darauf geantwortet, dass ihr zugwind hasst. dass ihr nie die fenster runtermacht, schließlich gibts ne klimaautomatik. dass cabriofahren gar nichts bringt, vor allem keinen spaß macht. und man auch nichts hört, weil die wind- und motorgeräusche dafür viel zu laut sind. und man außerdem sowieso nur die abgase rieche.

angenommen, ihr würdet behaupten (nicht jetzt, sondern generell), ich wäre euch wichtig, ihr würdet mich gar lieben.

das alles mal angenommen. wäre es dann unnormal, wenn sich mir der eindruck aufdrängen würde, ihr wolltet mir das, was mir freude bereitet, schlecht machen? und dass ihr selbst vielleicht auch nicht wirklich freude und glück an kleinen dingen empfinden könnt, sondern eher genauso unterkühlt seid wie die klimaautomatik? und dass ihr noch gar nicht kapiert habt, wer ich eigentlich bin?

erklärt mich für verrückt…

… ich nenn es leben :)

nachdem ich einen wunderbaren halbgeschäftlichen kinoabend mit lecker buffet, popcorn, eis und was man sonst noch fürs kino braucht, einem witzigen selbstgemachten kurzfilm und dem film “soul kitchen” von fatih akin (kann ich nur empfehlen, ich hab mich teilweise fast weggeworfen vor lachen) verbracht habe, habe ich festgestellt, dass tatsächlich der sommer einzug gehalten hat, denn selbst um halb 11 war es noch so warm, dass ich über mein kurzes neckholder-sommerkleidchen keine jacke ziehen brauchte. und da ein so angenehmes laues lüftchen ging, habe ich beschlossen, in erinnerung an leider vergangene cabrio-zeiten so offen wie möglich zu fahren. alle vier seitenfenster runter und raus aufs land. das war soooooooooooo schön :) dazu gute musik und einfach ein bisschen durch die gegend cruisen, den fahrtwind spüren und – ja – leben.

und zum ausklang dieses wunderbaren, so leichten und lebensfrohen abends sitze ich nun auf meinem fensterbrett im 5. stock, lass die beine rausbaumeln (keine angst, ich hab damit 13jährige erfahrung, auch wenn nachts heute tatsächlich eine premiere ist), trink ein glas von meinem guuuuuuuuuten urlaubsport (verdammt, ich muss nachschub holen!) und sehe dem wunderbaren wetterleuchten in der ferne zu. dazu ist es wunderbar ruhig draußen, selbst vögel, frösche und grillen scheinen alle zu schlafen. nur im hintergrund läuft ganz leise “nie genug” von christina stürmer im radio. passender könnts nicht sein…