das alte wasserschloss

juwi fragte letztens, ob es nicht ein paar nahaufnahmen von meinem geliebten pürkelgut gibt. ich habe ein paar fotos rausgesucht, die ich im januar diesen jahres gemacht habe. derzeit ist alles zu sehr verwachsen.

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die umliegenden gutsgebäude werden größtenteils noch genutzt und wurden auch teilweise saniert.

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das pürkelgut wurde 1273 erstmals urkundlich erwähnt.
das wasserschloss ist der  bedeutendste profane barockbau regensburgs. ab 1720 hatte sich der kaufmann jakob pürkel das im 30jährigen krieg stark beschädigte schloss neuhausen von johann michael prunner feudal umgestalten lassen. 1728 wurde es fertiggestellt.
dieses dann pürkelgut genannte schloss kam 1749 an den schwedisch-vorpommerischen gesandten und galt fortan als das „sanssouci der reichstagsgesandten“.
1844 wurde es von den fürsten von thurn und taxis erworben und als jagdschloss genutzt.

während der belagerung regensburgs 1809 kurierte napoleon dort kurzzeitig seine erste und einzige verletzung aus.
im oktober 1850 erholte sich eduard mörike auf schloss pürkelgut  und schwärmte seitenlang von der aussicht:

„Diese schön bewachsenen Höhen gehören durch den unbeschreiblich mannigfaltigen Wechsel der Beleuchtung, vornehmlich den tiefblauen Duft der vordersten Partien, zum Lieblichsten, was dieser Aufenthalt darbietet.“

puerkelgut

hier eine ansicht der südseite aus dem jahr 2004 und der nordseite aus dem jahr 1951 (quelle)

heute verfällt es leider mehr und mehr. 2001 wurde eine notsanierung durchgeführt, um die einsturzgefahr zu bannen und das dach abzudichten.

im innenhof des gutshofes findet im sommer seit 2001 ein mittelalterfest mit sonnwendfeuer statt. in den ersten beiden jahren hieß es, die einnahmen kämen der sanierung zugute. 2001 war das auch so. aber davon hört man mittlerweile leider nichts mehr. und seit der notsanierung ist nichts weiter passiert, trotz aufwändiger machbarkeitsstudie, die 2002 vorgelegt wurde.

alle vorschläge, wie das schloss künftig genutzt werden könnte (z.b. im zusammenhang mit einer in regensburg seit den 70er jahren diskutierten stadthalle), wurden bisher letztlich unbeachtet gelassen.

schade, aber ich gebe die hoffnung nicht auf, dass doch noch jemand ein einsehen hat…

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25 Antworten zu das alte wasserschloss

  1. Wortman schreibt:

    Das sieht ja wirklich interessant aus 🙂
    Da könnte man eine Menge draus machen…

  2. sunny11178 schreibt:

    Hab grad noch eine alte Ansicht eingefügt, ich weiß nicht, ob du das schon gesehen hast.
    Ja es gäb wirklich tolle Pläne, vor allem, da Siemens, Conti und einige andere großen Unternehmen ganz in der Nähe sind. Es wurde schon angeregt (und bestünde auch großes Interesse bei den Firmen), ein Tagungszentrum zu bauen und das Schloss zu integrieren, Platz für Parkplätze, Bahnanbindung, wäre alles gegeben. Und keiner weiß, warum nichts passiert…

  3. Wortman schreibt:

    Nee, das von 1951 war eben noch nicht da 😉

  4. sunny11178 schreibt:

    Das säh so schön aus… Wenn man sich überlegt, wie verfallen es in nicht mal 40 Jahren ist, denn da hab ichs erstmals gesehen… Und jetzt *heul*

  5. Wortman schreibt:

    Der Zahn der Zeit ist manchmal verdammt scharf 😉

  6. sunny11178 schreibt:

    Wenn ma net wüsst, dass gnug Geld da is… 😦

  7. freidenkerin schreibt:

    So was Schönes! Man könnte es als Refugium für finanziell schwache Künstler nutzen, mit Wohnräumen, Ateliers, Ausstellungs- und Vorstellungssälen…

  8. sunny11178 schreibt:

    Diese Idee hat auch was… Da wär auf jeden Fall viel Platz…

  9. Wortman schreibt:

    Wenn man Geld hätte… von solch einem ähnlichen Projekt habe ich schon die letzten 15 Jahre geträumt… Ein Platz für Künstler…

  10. sunny11178 schreibt:

    Dann gewinn doch endlich mal im Lotto, so schwer kann das doch nicht sein! 😉

  11. Wortman schreibt:

    Scherzkeks *pfffffffff*
    🙂

  12. sunny11178 schreibt:

    Aber gerne doch 😉

  13. Wortman schreibt:

    Weiß ich – deswegen mag ich dich ja auch so 😉

  14. sunny11178 schreibt:

    *lach* Jetzt muss ich ja schon wieder rot werden 😉

  15. Wortman schreibt:

    sehen will, sehen will 🙂

  16. sunny11178 schreibt:

    Musst halt herkommen. Aber hast ja immer keine Zeit 😉 Wo die Gelegenheit so günstig gewesen wäre 😉

  17. Wortman schreibt:

    Irgendwann werden wir uns schon sehen – und dann wird mir hoffentlich was einfallen, auf das so so richtig knallrot wirst 🙂

  18. sunny11178 schreibt:

    Bin mir ziemlich sicher, dass du das schaffst, wenn dus drauf anlegst 😉

  19. Wortman schreibt:

    Abba sischa doch 😉

  20. sunny11178 schreibt:

    Na dann lass ich mich mal überraschen 😉

  21. Christel schreibt:

    Ein Ort, reich gesegnet von wunderschönen Fotomotiven …… schade, dass es mehr oder weniger dem Zerfall ausgesetzt ist….
    lg
    Christel

  22. sunny11178 schreibt:

    Ja, wirklich wunderschön und gerade im Moment ziemlich mystisch, weil der Nebel davon aufsteigt. Ich glaube, ich ziehe demnächst mal mit Gummistiefeln los, dann komm ich näher ran… 😉
    LG Sunny

  23. Petros schreibt:

    Verwunschen…
    Gruß
    Petros

  24. juwi schreibt:

    Hallo Sunny,

    besten Dank für die prompte Bedienung 😉

    Ja, ich kann dich verstehen, wenn du in das Anwesen verliebt bist. Es ist auch mir unbegreiflich wie man so etwas derart dem Verfall preisgeben kann.

    Manche Leute haben inzwischen begriffen, dass sich Gebäude am einfachsten erhalten lassen, wenn man dafür sorgt, dass sie bewohnt und genutzt werden. Kunst und Kultur spielen dabei eine wichtige Rolle, aber es gibt auch andere Ideen, die andere Gemeinden erfolgreich umgesetzt haben. Dabei geht es nicht darum, mit einer Immobilie Geld zu verdienen, sondern um so eine Art Zeitaufschub nach dem Motto, es ist besser, das Haus wird bewohnt und bewirtschaftet, ohne dass es Gewinn abwirft, als dass es ganz verfällt, und dann gar nichts mehr wert ist.

    Gruß,
    juwi

  25. sunny11178 schreibt:

    Lieber Juwi, ganz meine Meinung. Nur leider fragt danach keiner 😦 Ich habe das Gefühl, das beste ist, solche Kleinode einfach verfallen zu lassen, dann muss man sich nicht um Denkmalschutzauflagen kümmern. Und wenn sie weit genug verfallen sind, darf man sie sogar abreißen…
    LG und schönen Sonntag,
    Sunny

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