anders

eines tages war alles anders. sie wusste selbst nicht so recht, warum. doch als sie am morgen aufwachte, war da diese ahnung. sie hing über ihr wie ein damoklesschwert. ETWAS hatte sich verändert. doch was? sie öffnete die augen und blinzelte ins halbdunkel. durch die leicht geöffnete jalousie drang ein lichtstreifen, der die dunkelheit wie ein schwert entzwei schnitt. in diesem lichtstreifen tanzten tausende kleiner staubkörnchen einen letzten tanz, bevor sie wieder ins dunkel fielen. sie versuchte, sich auf ein einzelnes staubkorn zu konzentrieren, ihm beim fallen zuzusehen, doch sie war noch viel zu müde. es war auch noch viel zu früh. der wecker würde erst in gut zwei stunden klingeln. und doch hatte sie etwas aus dem traum geholt, der sie eben noch gefangen hielt. sie versuchte, sich zu erinnern. einzelne traumfetzen zogen vor ihrem inneren auge vorbei. doch sie konnte beim besten willen keinen zusammenhang mehr herstellen. war es der traum, der ihr dieses gefühl des andersseins vermittelt hatte? hatte etwas sie erschreckt, und war sie deshalb wach geworden? nein, erschrocken hatte sie sich nicht gefühlt, als sie aus der traumwelt herüberglitt. auch nicht irritiert oder verwirrt. sie war lediglich mit dem gefühl erwacht, dass sich etwas wichtiges verändert hatte. dass ihr leben eine neue wende nehmen würde.  sie versuchte, den gedanken beiseite zu wischen, und stand auf. alles grübeln half ja doch nicht. sie öffnete das fenster und atmete tief die kühle morgenluft. das klingeln des telefons riss sie aus ihren gedanken.  im ersten moment erkannte sie die stimme nicht, die vom anderen ende der leitung an ihr ohr drang. als sie sie jedoch erkannte, hörte sie das damoklesschwert klirrend auf den boden fallen. und wusste, ab jetzt wäre alles anders.

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3 Antworten zu anders

  1. freidenkerin schreibt:

    Ja, das Lebensschiff fährt, ohne dass es einem zunächst bewusst wird, in eine Schleuse, und wenn sich die Tore öffnen, gleitet man auf einem veränderten Lebensstrom weiter…

  2. karin schreibt:

    man wird auch nicht gefragt, ob man dorthin möchte…man kann es selber nicht beeinflussen…es geschieht einem…. dann heißt es, sich der Wirklichkeit stellen….die unerbittlich ist…..aber bei allem, sollte man sich selbst treu bleiben….widerstehen, um wieder zu stehen….
    Margot Bickel hat es so treffend formuliert:
    Warten können
    sich bereit halten
    für das, was kommen soll
    was werden wird –
    Erwartung
    offen
    aushalten
    frei sein

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