aus meinem arbeitsleben ;)

ein paar von euch wissen ja, dass ich mich beruflich im paragraphendschungel rumschlage. zum glück ist das nicht halb so trocken, wie immer wieder gemutmaßt wird. zumindest in meinem bereich nicht 😉 woran ich mich allerdings bis heute nicht wirklich gewöhnen konnte, ist das juristendeutsch. ich quäle mich schon seit jahren damit, aber was tut man nicht alles, um geld zu verdienen ;) letztens bin ich allerdings über einen text gestolpert, der mich mal wieder zum schmunzeln gebracht hat. drum will ich ihn euch nicht vorenthalten:

„Rotkäppchen im Juristendeutsch…


Als in unserer Stadt wohnhaft ist eine Minderjährige aktenkundig, welche infolge ihrer hierorts üblichen Kopfbedeckung gewohnheitsrechtlich „Rotkäppchen“ genannt zu werden pflegt.

Vor ihrer Inmarschsetzung wurde die R. seitens ihrer Mutter über das Verbot betreffs Verlassens der Waldwege auf Kreisebene belehrt.

Sie machte sich infolge Nichtbeachtung dieser Vorschrift strafbar und begegnete beim Überschreiten des diesbezüglichen Blumenpflückverbotes einem polizeilich nicht gemeldeten Wolf ohne festen Wohnsitz. Dieser verlangte in unberechtigter Amtsanmaßung Einsicht in den zum Transport von Konsumgütern dienenden Korb und traf zwecks Tötungsabsicht die Feststellung, dass die R. zu ihrer verwandten und verschwägerten Großmutter eilends war.

Da bei dem Wolf Verknappungen auf dem Ernährungssektor vorherrschend waren, beschloss er, bei der Großmutter der R. unter Vorlage falscher Papiere vorstellig zu werden. Da dieselbe wegen Augenleidens krankgeschrieben war, gelang dem Wolf die diesfällige Täuschungsabsicht, worauf er unter Verschlingung der Bettlägerigen einen strafbaren Mundraub ausführte.

Bei der später eintreffenden R. täuschte er seine Identität mit der Großmutter vor, stellte der R. nach und durch Zweitverschlingung derselben seinen Tötungsvorsatz unter Beweis.

Der sich auf einem Dienstgang befindliche Förster B. vernahm verdächtige Schnarchgeräusche und stellte deren Urheberschaft seitens des Wolfsmaules fest. Er reichte bei seiner vorgesetzten Behörde ein Tötungsgesuch ein, welches zuschlägig beschieden wurde. Daraufhin gab er einen Schuss auf den Wolf ab. (Die Bekanntgabe dieses Verwaltungsaktes erfolgte mit dem Geschossknall!)

Der W. wurde nach Empfangnahme der Kugel ablebig (exitus). Die Beinhaltung des Getöteten weckte in dem Schussgeber die Vermutung, dass der Leichnam Personen beinhaltete. Zwecks diesbezüglicher Feststellung öffnete er unter Zuhilfenahme eines Messers den Kadaver zur Einsichtnahme und stieß hier auf die noch lebende R. nebst Großmutter. Durch die unverhoffte Wiederbelebung bemächtigte sich der beiden Personen ein gesteigertes, amtlich nicht zulässiges Lebensgefühl.

Der Vorfall wurde von den Gebrüdern Grimm zu Protokoll gegeben.“

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16 Antworten zu aus meinem arbeitsleben ;)

  1. dergeheimagent schreibt:

    very nice….

  2. Himmelhoch schreibt:

    Sunny, ich habe grinsend überlegt, welcher Satz mir hier am besten gefällt. Ich habe mich für diesen entschieden: „Der W. wurde nach Empfangnahme der Kugel ablebig“
    Wenn du wirklich so verschraubt schreiben musst, wäre das echt eines Extrastudienjahres würdig.
    Lasse dich lieb grüßen von Clara

    • sunny11178 schreibt:

      Liebe Clara, ich kann dich beruhigen, ich muss zum Glück nicht so schreiben. Könnte ich auch gar nicht. Allerdings muss ich das lesen können, denn Behörden und manche Kollegen bedienen sich sehr gerne dieser Sprache. Was die Kollegen angeht, besonders die aus unserem südlichsten Bundesland Ösiland und aus den östlichen Bundesländern. Da muss ich mir regelmäßig das Lachen verkneifen. Schade nur, dass ich bisher nie drangedacht habe, diese Stilblüten aufzuschreiben. Und seit meiner Spezialisierung kommt mir sowas nicht mehr oft unter…
      Ganz lieben Gruß,
      Sunny

  3. Silberdistel schreibt:

    Herrlich 😉 Ist ja so betrachtet noch viel schlimmer als das übliche Amtsdeutsch. Danke für den Beitrag! Ich habe mich köstlich amüsiert 😀
    GLG

    • sunny11178 schreibt:

      *lach* schlimmer weiß ich nicht, aber gleich schlimm in jedem Fall 🙂 Ich bin so froh, dass mir das im Job mittlerweile nur noch ganz selten begegnet…
      Aber zum Schmunzeln ists doch immer wieder nett. Ich werde künftig sammeln 🙂

      GLG Sunny

  4. kreadiv schreibt:

    Voll der Hammer ey 😀

  5. giselzitrone schreibt:

    Ich hab keine Meinung bin zu müte eine gute Nacht wünsche ich dir Gislinde

  6. picola9011 schreibt:

    Ja,wer das versteht ist echt gut,Das ist ja schlimmer als eine Fremdsprache zu lernen.:) LG.Erika

  7. M. schreibt:

    Oh Mann, jetzt habe ich aber lachen müssen. Stell dir nur mal vor, wir würden jeden Tag so geschwollen reden.

    Danke für den Schmunzler des Tages!

    • sunny11178 schreibt:

      Ich glaube, da würde es mir die Zunge verknoten 😉 Ich habe noch ein paar nette Sachen in Petto, kannst dich schon mal freuen 🙂

      GLG Sunny

  8. Blume schreibt:

    Wollte hiermit zu Protokoll geben, dass die unter Blaue Blume gemeldete Bloggerin C. aufgrund nicht behördlich genehmigter Erheiterung ihre Mundwinkel nach oben gezogen hat. Nach Konsultierung einschlägiger Paragraphen wird darauf plädiert, dies mit FOLLOW nicht unter lebenslänglich zu ahnden …

    Oder so ähnlich. Unfassbar! 🙂

    • sunny11178 schreibt:

      *lach* weißt du was, ich glaub, wir sind jetzt wegen gemeinschaftlicher gemeingefährlicher Erheiterung dran. Ich lach mich hier nämlich grad weg wegen deines Kommentars 🙂

      Übrigens: to be continued… 😉

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